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Über die rechte Unterwanderung Europas

Am 25. Mai haben die Bürger der Europäischen Union die Möglichkeit, über ihre Vertreter in Brüssel abzustimmen. Überall werden die Straßen mit Plakaten aller Couleur geschmückt. Doch blickt man einmal genauer auf das politische Europa, scheint es, als ob sich viele Bürger ihrer Farbwahl schon sicher sind: braunschwarz.
Die Aufregung in den EU-Stammländern war groß, als Anfang des Jahres über die Hälfte der Schweizer ihr Kreuzchen gegen einwandernde Ausländer setzten. Mittlerweile bin ich überzeugt, dass sich diese Aufregung nicht so sehr gegen die Xenophobie einiger Schweizer richtete, sondern hauptsächlich auf die Leidtragenden dieser Fremdenfeindlichkeit. Denn der Löwenteil der Schweizer Immigranten rekrutiert sich aus eben jenen EU-Stammländern, vor allem aus Deutschland. Wäre die Aufregung die gleiche gewesen, wenn die Einwanderer aus dem Balkan oder aus muslimisch geprägten Ländern kämen?

Schaut man sich einmal in Europa um, so lässt sich schnell feststellen, dass immer mehr Menschen den „rechten“ Weg einschlagen. So sorgt in Ungarn Ministerpräsident Orbán mit seinen Reformen für Aufmerksamkeit. Neben der Einschränkung der Pressefreiheit erregt die Kriminalisierung von Obdachlosigkeit Aufsehen in den internationalen Medien. Besonders der zweite Punkt deutet auf einen zu tiefst rassistischen Hintergrund, da Obdachlosigkeit in Ungarn – wie in vielen osteuropäischen Ländern – zu einem großen Teil Mitglieder wandernder Völker betrifft. Erschreckend ist weiterhin, dass die ungarische Regierung keinen Anlass sieht, ihren Antisemitismus zu verstecken. Anfang April wurde Orbán trotz seiner ans Rechtsextreme grenzenden Ansichten bei den Parlamentswahlen in seinem Amt bestätigt – möglicherweise auch genau deswegen. Continue reading Über die rechte Unterwanderung Europas